Details
ISBN/EAN: 978-3-99159-366-9
Altersempfehlung: 12-99 J.
Einband: kartoniertes Buch
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Erschienen am:
16.09.2026
16.09.2026
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
152 S.
152 S.
Format (T/L/B):
0.9 x 19 x 12.5 cm
0.9 x 19 x 12.5 cm
Hersteller:
Litego Media GmbH
office@litego.de
Schönbrunner Straße 59-61/ B14
AT 1050 Wien
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Beschreibung
Als die zehnjährige Lisa 1935 in Frankfurt den kleinen David findet, ahnt sie nicht, dass dieser Moment ihr Leben für immer verändern wird. David ist jüdisch, seine Eltern wurden verschleppt, er ist ganz allein. Lisas Familie nimmt ihn auf - und wird damit selbst zur Zielscheibe. Die Flucht beginnt. Durch dunkle Wälder, vorbei an Soldaten, versteckt in Zügen. Das Ziel: Argentinien, wo Freiheit und ein neues Leben warten. Doch der Weg dorthin ist voller Gefahren. Jeder Schritt könnte der letzte sein. Werden sie es zusammen schaffen, aus Deutschland zu flüchten? Wird Lisa Samuel und Adina jemals wieder sehen? "Unter demselben Himmel" erzählt eine wundervolle emotionale Geschichte über Mut, Menschlichkeit und die unzerstörbare Kraft der Liebe - auch in den dunkelsten Zeiten der Geschichte. Manchmal entstehen die stärksten Familien nicht durch Blut, sondern durch Liebe und den Willen, füreinander da zu sein.
Über Jeannette Dietschi
Jeannette Dietschi wurde 1984 in Luzern geboren und zog mit ihrer Familie, Mutter, Vater und zwei älteren Geschwistern schon im Säuglingsalter nach Zürich.Schon als Kind war ihre Leidenschaft für das Schreiben unübersehbar. Bereits in der Schule begann sie mit Begeisterung, Kurzgeschichten zu erfinden und zum Leben zu erwecken. Geschichten zu schreiben ist für sie bis heute mehr als nur ein Hobby, es ist ihre Herzenssprache. Jeannette Dietschi möchte mit ihren Worten die Menschen berühren, sie zum Nachdenken anregen und ihnen Hoffnung schenken. Sie hat bereits elf Bücher geschrieben, die bisher nur in digitaler Form existieren. Unter dem selben Himmel ist das erste Werk, das sie in gedruckter Form zusammen mit ihrem Verlag veröffentlicht, ein ganz besonderes Herzensprojekt.
Leseprobe
Kapitel 2: Die ersten Schatten Lisa lief mit schnellen Schritten durch die enge Gasse, ihre Schulmappe schaukelte an ihrer Seite. Die frische Morgenluft roch nach Brot und Kaffee, und das Summen der Stadt erfüllte die Straßen. Sie mochte es, früh unterwegs zu sein, wenn die Stadt gerade erwachte und die Händler ihre Stände aufbauten. Als sie um die Ecke bog, fiel ihr Blick auf den Friseursalon ihres Patenonkels Samuel. Die großen Spiegel im Inneren reflektierten das Licht der Morgensonne, und der schwarze Ledersessel stand bereit für den ersten Kunden. Normalerweise saß Samuel schon hinter seinem Tresen, bereit freundlich zu grüßen, doch heute war es anders. Lisa blieb abrupt stehen. Die Tür des Salons stand einen Spalt offen, und auf dem Schaufenster prangten hässliche rote Buchstaben. Ihr Herz setzte einen Schlag lang aus. 'Abschaum' stand mit großen roten Buchstaben auf das Glas geschrieben. Die Schrift wirkte wütend, wie ein Angriff auf Samuel persönlich. Lisa fühlte, wie sich ein Kloß in ihrem Hals bildete. Wer konnte nur so etwas tun? Vorsichtig trat sie näher und spähte in den Laden. Samuel stand am Tresen, den Kopf gesenkt, während er mit einem feuchten Tuch über das Schaufenster rieb. Doch die rote Farbe ließ sich nicht so einfach entfernen. 'Samuel.' Lisas Stimme war ganz leise. Samuel zuckte zusammen und drehte sich zu ihr um. Sein Lächeln war freundlich, aber in seinen dunklen Augen lag eine Müdigkeit und Trauer, die Lisa noch nie zuvor gesehen hatte. 'Guten Morgen, Lisa', sagte er sanft und legte das Tuch beiseite. Lisa trat näher, ihr Blick wanderte zurück zu den hässlichen Buchstaben. 'Wer hat das gemacht, Samuel?', fragte sie, ihre kleine Hand ballte sich zu einer Faust. Samuel seufzte und strich sich übers Gesicht. 'Das spielt keine Rolle, meine Kleine', sagte er ruhig. 'Es sind nur Worte. Mach dir keine Sorgen.' 'Aber sie sind so gemein!', rief Lisa. 'Sie haben kein Recht, so etwas über dich zu schreiben. Du hast ihnen doch nie etwas getan.' Samuel kniete sich vor Lisa hin und legte ihr eine Hand auf die Schulter. 'Lisa, mein Schatz', sagte er leise, 'es gibt Menschen, die Angst haben - Angst vor Dingen, die sie nicht verstehen. Und manchmal verwandelt sich diese Angst in Wut.' Lisa verstand es einfach nicht. Warum sollten die Menschen Angst vor Samuel haben? Er war doch der liebste Mensch auf der Welt.