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Lothar Geisler
1. Auflage 2022
29.09.2022
Deutsch
136 S., 0.51 MB
Impfstoff-Imperialismus - Gerecht geht anders!
eBook - Marxistische Blätter 2_2022, Marxistische Blätter
Beschreibung
Beiträge von:Aishu Balaji (Indien), Wim De Ceukelaire (Belgien), Richa Chintan (Indien), Adam Moe Fejerskov/ Johannes Lang (Dänemark), Costas Lapavitsas (Griechenland), Bruno Rodriguez Parilla (Kuba), Vijay Prashad (Indien), Amaka Vanni (Großbritannien), Howard Waitzkin (USA).
Weitere Themen: Ukraine-Konflikt; Chile; Impfpflicht; Naturdialektik; Klimawissenschaft; 100 Jahre Rapallo-Vertrag; »Abwicklung« der DDR-Historiker; Diskussion: Wissenschaft& Philosophie
Leseprobe
Thema: Impfstoff-Imperialismus
Editorial
Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe waren weltweit offiziell rund 375 Millionen Menschen mit Covid-19 infiziert. 5,7 Millionen sind daran gestorben. Tendenz steigend. Farbige Menschen trifft es stärker als Weiße, Arme mehr als Reiche. Und das liegt nicht am Virus.
In unserem Land ging derweil der Streit um eine Impfpflicht in eine neue Runde, durch alle Parteien, die Parlamente, Medien und auch auf der Straße. Anlass für uns, kurzfristig die fachlich-fundierte Diskussion dazu im Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VDÄÄ) wiederzugeben.
Ein Tunnelblick auf die mögliche Impfpflicht verengt jedoch den Horizont. Er verdrängt u.a. die Frage nach globaler Impfgerechtigkeit sowie zentrale Einsichten und Schlussfolgerungen für eine solidarischere, internationale Pandemie-Bekämpfung, die in einem Offenen Brief von 230 linken Parteien und Organisationen seit Beginn der Pandemie gefordert wurde. (siehe MBl 3_2020) Die systemische Dimension des Pandemie-Krisen-Managements steht darum im Zentrum dieser Ausgabe. Zur Bereicherung der deutschen Debatte veröffentlichen wir diesmal ausschließlich Internet-Beiträge ausländischer Autor:innen.
Costas Lapavitsas (Griechenland) belegt in seinem Einstiegsbeitrag den Klassencharakter der Pandemie und zeigt auf, wie der kapitalistische Wettbewerb die Einführung von Covid-19-Impfstoff behinderte. Wim de Ceukelaire (Belgien) argumentiert, warum die Art und Weise, wie die Pharmaindustrie Innovation und Entwicklung von Impfstoffen organisiert, sowohl Monopole als auch Knappheit fördert. Amaka Vanni (Großbritannien) untersucht die globalen rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen, die den Zugang vieler Länder zu Impfstoffen behindern. Sie nennt das System wohlüberlegt »Impfstoff-Imperialismus«. Aishu Balaji (Indien) findet die COVAX-Initiative nur auf den ersten Blick hilfreich und das nur sehr begrenzt. Bei genauer Betrachtung schütze sie nur den Status Quo der globalen »Impfstoff-Apartheid«. Vijay Prashad (Indien) macht Regierungsversagen und die Privatisierung des Gesundheitswesens als Hauptursachen der Covid-Krise aus, was nicht nur für Indien gilt. Für Richa Chinta (Indien) ist die kubanische Corona-Politik eine echte, solidarische Alternative zur globalen Hegemonie von Big Pharma. Howard Waitzkin (USA) will mit seinem Vergleich der Politik in Nord- und Süd-Korea zum Verständnis beitragen, wie Länder mit unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systemen mit Covid-19 umgehen und was man daraus für zukünftige, vielleicht noch schlimmer wütende Pandemien lernen könnte. Adam Moe Fejerskov und Johannes Lang (Dänemark) warnen vor der Militarisierung der Pandemie-Bekämpfung. Zusätzlich dokumentieren wir die Rede des kubanischen Außenministers Bruno Rodríguez Parilla vor der UNO über die Pandemiebekämpfung im Schatten der inhumanen US-Blockade-Politik.
Ein Hinweis zum Schluss: Bei so dynamischen Situationen wie der aktuellen »Omikron-Welle« ist es objektiv schwierig und für unsere kleine Redaktion unmöglich, die von Autor:innen verwendeten Betroffenenzahlen zu aktualisieren. Darum ist diesbezüglich bei allen Artikeln das Erscheinungsdatum zu beachten, auch wenn die Dynamik der Pandemie die Analysen, Argumente und Schlussfolgerungen unserer Autor:innen eher unterstreicht. Wer aktuelle Zahlen will, sei auf offizielle Internetseiten verwiesen. Auf den angegebenen Internetseiten findet man auch die zahlreichen Quellen- und Literaturverweise der Autor:innen, deren Abdruck den Umfang dieser Ausgabe gesprengt hätte.
Inhalt
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