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08.01.2025
Deutsch
160
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Editorial
»Scheitern ist keine Option!« mahnte UN-Generalsekretär Guterres. Aber sowohl die COP29 (Klimakonferenz in Baku) als auch die COP 16 (Biodiversitätskonferenz in Kolumbien) sind gescheitert. In erster Linie, weil die reichen Ländern nicht zahlen wollen. Das 1,5 Grad-Ziel ist nicht mehr zu erreichen. Derzeit steuert die Welt bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,6 bis 3,1 Grad Erwärmung zu. Inger Andersen, Chefin des UN-Umweltprogramms, warnte: »Die Konsequenzen einer so extremen Erwärmung für Menschen, Gesellschaften und Volkswirtschaften sind unvorstellbar.«
Aber was ist zu tun? Es sind vor allem die entwickelten Industriestaaten und einige »Schwellenländer«, die nicht nur für den Hauptanteil an klimaschädlichen Emissionen verantwortlich sind, sondern deren Anstrengungen wie die – auch finanzielle – Unterstützung der ärmeren Länder völlig unzureichend sind. Mit der erneuten Wahl von Trump zum Präsidenten übernimmt in den USA die fossile Lobby die Regierungsgeschäfte (1), der abermalige Rückzug aus dem Pariser Abkommen ist nur der Anfang. In der BRD lobte sich die Ampel selber für ihre Klimaschutzmaßnahmen, die aber gleichfalls unzureichend sind.
Im ersten Beitrag des Schwerpunkts beschäftigt sich Nina Hager mit Klimaveränderungen in der Erdgeschichte. Seit wann greift der Mensch so gravierend in das Klimasystem der Erde ein, dass anthropogene Einflüsse eine immer entscheidendere Rolle spielen? Und seit wann ist das eindeutig wissenschaftlich belegbar?
Der Technikphilosoph Gerhard Banse betrachtet in seinem Beitrag »Technikentwicklung in Zeiten des Klimawandels« die Rolle der Technik in unserer Gesellschaft. Um dem Klimawandel zu begegnen, bedarf es einer tief in die Gesellschaft eingreifende Transformation: »Vieles daran ist technisch vermittelt bzw. technikbasiert. Für diesen Prozess wird bzw. kann es keine einfachen Lösungen geben.« Anette Schlemm geht in ihrem Artikel »Mit Kompensations-Illusionen ins Klima-Chaos« auf den Irrglauben ein, dass uns »climate engeering«- Techniken davor bewahren werden, durch die Treibhausemissionen verursachten Klimawandel so aufzuhalten, dass wir den Planeten nicht überhitzen. Nur eine radikale Abkehr von fossilen Energieträgern kann die Erderwärmung auf einem erträglichen Maß beschränken. Und wir werden an naturbasierten Methoden zur Treibhausreduktion forschen müssen. Welche Möglichkeiten es dafür in der Forschungslandschaft der BRD aktuell gibt, beleuchtet Tina Sanders in ihrem Artikel »Stand und Kritik an der CDR-Forschung«. Nina Hager und Tina Sanders machen in »Klimawandel? Klimaschwindel!« auf die Methoden von Leugnern des menschengemachten Klimawandels und die Interessen großer Konzerne aufmerksam, im Zusammenhang mit dem Klimawandel Desinformation zu verbreiten. Detlef Bimboes stellt in seinem Beitrag an Beispielen dar, wie »Regionalisierung statt Globalisierung« zu Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel beitragen kann. Und Ralf Hohmann beleuchtet, wie mit Freihandelsabkommen und privatwirtschaftlich organisierten Schiedsgerichten transnationale Konzerne »Investitionsschutz« gegen sie störende staatliche Umwelt- und Klimaschutz-Politik durchsetzen. Tina Sanders/Nina Hager
(1) https://www.germanwatch.org/de/91725. 20
Inhalt
Einwurf von Links
Die Qual der Wahl -Lothar Geisler
Kommentare
In der Drehtür Georg Fülberth
Landtagswahlen im Osten Ulrich Schneider .
Lauterbachs Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz Wolfgang Albers
Ein länger geplanter Angriff Lars Hirsekorn
World Marxist Review 2.0 Niall Farrell .
Leserzuschriften
Lothar Peter zu Claudia Brunner: Grammatik des Krieges .
Judith B. zu Greg Godels Sicht auf das BSW .
Thema: »Technische Auswege aus der Klima-Krise«
Klimawandel in Erdgeschichte und Gegenwart Nina Hager
Technikentwicklung in Zeiten des Klimawandels Gerhard Banse
Können »naturnahe Lösungen« den Klimawandel aufhalten? Tina Sanders .
Mit Kompensations-Illusionen ins Klima-Chaos Annette Schlemm
Regionalisierung statt Globalisierung Detlef Bimboes
Klimawandel? Klimaschwindel! Nina Hager/Tina Sanders .
Globaler Investitions- statt Umweltschutz Ralf Hohmann
Marxismus nicht nur für Einsteiger
Zur Frage des Militarismus Wolfgang Trunk
Dokumentationen
»Behalten Sie Ihren Kalender im Auge, nicht Ihre Uhr.« Arundhati Roy
Kalenderblatt
Wichtige Denkanstöße, Heinz Karl zu Robert Steigerwald
Wir geben unsere Ideale nicht auf, Egon Krenz zu 75.Jahre DDR-Gründung.
Positionen
Der Morgen nach der Trump-Wahl, C. J. Atkins
Militärische Zeitenwende in der Wissenschaft Autor:innenkollektiv
Chronik einer Farce: Das Berliner Corona-Behandlungszentrum, Wolfgang Albers
Nochmal zur »Lohn-Preis-Spirale« Klaus Müller .
Sand oder Schräubchen? Hans-Dieter Schütt
Berichte
Tragischer Optimismus oder eine optimistische Tragödie? Zum Parteitag Die Linke, Artur Pech
Debatten auf der Höhe unserer Zeit, 17. Gramsci-Tage in Braunschweig, Timo Reuter .
Wist empfiehlt Literatur
Martina Hefter, Hey guten Morgen, wie geht es dir? .
Benedict Wells, Die Geschichten in uns .
Katja Oskamp, Die vorletzte Frau .
Rezensionen
Han Kang (Literatur-Nobelpreis 2024): Unmöglicher Abschied (Jenny Farrell) .
Nancy Fraser: Der Allesfresser (Anne Rieger) .
Scott Aquanno/Stephen Maher: »The Fall and Rise of American Finance: from J. P. Morgan to Blackrock« (Markus Bernd) .
Hein de Haas: Migration 22 populäre Mythen und was wirklich hinter ihnen steckt. (Artur Pech) Marcel van der Linden: »… erkämpft das Menschenrecht«, Vom Aufstieg und Niedergang klassischer ArbeiterInnenbewegungen (Maria Krüger).
Daniel Loick/Vanessa E. Thompson (Hrsg.): Abolitionismus (Volkmar Schöneburg).
Philipp Lenhard: Café Marx. Das Institut für Sozialforschung (Lothar Peter).
Maximilian Becker: Antifaschismus und Kalter Krieg (Ulrich Schneider).
Anna Seghers: Der Weg durch den Februar (Heimo Halbrainer) .