Die VR China - Aus dem Mittelalter zum Sozialismus

Mit dem Ausbruch und der Vertiefung der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise des kapitalistischen Systems hat die Beantwortung der Frage nach der Systemalternative eine unmittelbare Bedeutung angenommen. Wird die chinesischen Entwicklung, die auch aus Sicht der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag „dem Westen… in zunehmendem Maße die Systemfrage (stellt) und (ihn) … als alternatives politisches Ordnungsmodell … herausfordert“ neue interessante Perspektiven für eine alternative Welt eröffnen?

Die gegenwärtige Konzeption der KP Chinas für den Aufbau eines „Sozialismus chinesischer Prägung“ wird unter inneren und äußeren Bedingungen realisiert, die marxistische und andere progressive Kräfte des Auslands irritieren können. Das betrifft insbesondere das Verhältnis der Partei zum Kapitalismus und zum kapitalistischen Weltsystem. Kann überhaupt von einer sozialistischen Gesellschaft die Rede sein, wenn sich eine neue nationale Bourgeoisie herausbildet, sich der Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital zu einem wesentlichen gesellschaftlichen Widerspruch entwickelt und der Schutz des Privateigentums an Produktionsmitteln in die Verfassung aufgenommen wird? Ist der Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft unter den Bedingungen einer Integration in die gegenwärtige ökonomische und politische Weltordnung überhaupt möglich? In welcher Beziehung stehen in der gegenwärtigen Strategie der KP Chinas das sozialistische Ziel und die Entwicklung der Weltmacht China?

Der Autor, Marxist und Sinologe, geht in seinem Buch – wahrhaftig, d.h. die Wahrheit in den Fakten suchend, ohne Tabus und ohne China durch die „europäische Brille“ zu betrachten – auch der Frage nach, worin die Ursachen für den wechselhaften Verlauf der neuesten Geschichte Chinas liegen könnten. Er betrachtet dabei genauer das Problem der Dialekt von nationalen Gegebenheiten und Strategie. Das unterschiedliche Herangehen der KP Chinas an diese Problematik hat offensichtlich auch in der Volksrepublik China zu historischen Fortschritten wie zu schweren Rückschlägen geführt. Ohne eine richtige Einschätzung der nationalen Ausgangsbedingungen hätte es die KP Chinas seit 1978 kaum vermocht, nicht nur die Folgen der „Kulturrevolution“ zu überwinden und das historische Scheitern des „frühen Sozialismus“ zu überleben, sondern darüber hinaus auch die Modernisierung des Landes zu beschleunigen und den Einfluss Chinas in der Welt auszubauen.

Das Buch ist als Beitrag zur gegenwärtigen Aufarbeitung der chinesischen Problematik gedacht, will der Debatte Impulse geben. Die Arbeit beruht weitestgehend auf chinesischen Primärquellen und persönlichen Erfahrungen, die der Autor in insgesamt acht Jahren Arbeits- und Studienaufenthalten in China gesammelt hat. Dem Ziel, einen Beitrag für die China-Diskussion unter breiten Kreisen der Marxisten und anderen progressiven Kräften zu leisten, ist die sprachliche Abfassung des Buches untergeordnet. Der Autor hat darum einen Sprachstil gewählt, der wissenschaftlichen Erfordernissen entspricht ohne die persönliche Note zu verhehlen.

Helmut Peters
Neue Impulse Verlag
ISBN/EAN: 9783910080713
19,80 € (inkl. MwSt.)